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Lichtmangel als Ursache für Winterspeck

Wer sich zum Jahresbeginn vorgenommen hat, aktiv gegen überflüssige Pfunde vorzugehen, sollte sich in der dunklen Jahreszeit gedulden und darauf einstellen, dass sich die Erfolge von Diät- oder Sportbemühungen nur langsam einstellen.

Wissenschaftler der kanadischen Universität von Alberta haben nämlich herausgefunden, dass die Zellen des Unterhautfettgewebes eingebaute Lichtrezeptoren haben, ähnlich denen in der Netzhaut des Auges. Unter Lichteinfall setzen sie Stoffwechselprozesse in Gang, die dazu führen, dass das gespeicherte Fett abgebaut wird. Wird es aber wieder dunkel, erlischt dieser Aktivierungsprozess und das Fettgewebe reagiert wieder „normal“, indem es aufgenommene Energie in Form von Körperfett abspeichert.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Reaktion der Fettzellen auf die vorhandene Lichtmenge einem uralten Überlebensmechanismus aus der Zeit unserer frühzeitlichen Entwicklung folgt. Denn in der dunklen Jahreszeit war es damals keineswegs sicher, immer ausreichend Nahrung zur Verfügung zu haben. Stellte sich mal ein Jagd- oder Sammelerfolg ein, war der Körper darauf programmiert, sofort sämtliche Nährstoffe für magere Zeiten zu speichern. Steigerte sich die Lichtmenge dann im Frühling wieder, signalisierte das dem Körper, dass jetzt eine nährstoffreiche Zeit beginnt und die aufgenommene Energie nicht mehr gespeichert zu werden braucht, sondern für körperliche Aktivitäten zur Verfügung steht - was auch ein Grund dafür ist, dass Pfunde im Sommer leichter und schneller purzeln als im Winter.

Allerdings warnen die Forscher davor, in diesem Effekt eine bequeme Art der „Lichttherapie“ gegen überflüssige Pfunde zu sehen. Denn das für die Gesundheit wirklich problematische Fett wird beim Menschen nicht unter der Haut, sondern im Bauchraum gespeichert, wo auch der intensivste Sommersonnenstrahl nicht mehr hinkommt.

von Karsten Kulms

Foto: DAK Gesundheit

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